Draupadi Verlag
2009 - kartoniert - 107 Seiten
Übersetzt von André Penz
Aus dem Leben eines aufrechten Hindus.
"Er war schon einmal in Heidelberg und will trotzdem wieder nach Deutschland kommen. Uday Prakash ist ein lebendiger, aber auch unbequemer Geist. Er ist ein Inder, geboren 1952 in der tiefsten Provinz, brach er nach Delhi auf und gilt heute als einer der wichtigsten Autoren Indiens. Da er aber auf Hindi schreibt, hat der Tübinger Indologe André Penz einen der besten Romane Uday Prakashs ins Deutsche übersetzt und muss dafür in den höchsten Tönen gelobt werden. „Doktor Wakankar“, im Original erschienen 1992, ist eine flüssig lesbare, spannende und schonungslose Geschichte über einen Mann, der einen sofort gesund macht. Ein Blick in die Augen, eine Beobachtung, Doktor Wakankar diagnostiziert schnell, ob zu hoher Blutdruck oder die Hämorrhoiden des Premierministers. Ein guter indischer Arzt in einem schlechten Indien, Gier, Geilheit, Korruption und Kriminalität. Als der gute Doktor Wakankar sich dagegen auflehnt, gefährdet er sein eigenes Engagement. Denn er wird anfällig für eine Ideologie der Güte und Sauberkeit, und böse und schmutzig sind natürlich immer die Anderen. Als tiefgläubiger Hindu gerät er in das Umfeld und in die paramilitärischen Organisationen der BJP, der Bharatiya Janata Party, die hindunationalistische Partei, die auch schon mitregierte und für die Übergriffe militanter Hindus auf Muslime verantwortlich ist. Doch die Partei enttäuscht Dr. Wakankar. Als in einer Provinzstadt, wo er zu praktizieren gezwungen wurde, politische Unruhen ausbrechen, zeigt sich deren wahrer Charakter – und Dr. Wakankar steht der Welt gegenüber wie ein indischer Michael Kohlhaas. Ein Exempel wie einer zerbricht, und ein Exempel wie der in Handschuhsheim beheimatete Draupadi Verlag sein Programm, indische Literatur zu vermitteln ernst nimmt. Jenseits von Goa und Gandhi beschert er uns etwas, was man allgemein nicht so häufig findet, nämlich einen politischen Roman, lesbar in einem Zug.."
Franz Schneider
Rhein-Neckar-Zeitung, 20.7.2009




