ISBN: 3874765377
Lembeck Otto Verlag
2007 - kartoniert - 256 Seiten
Religion als Konfliktfaktor in neueren Entwicklungen auf den Nord - Molukken / Indonesien.
Immer wieder wird in deutschsprachigen Medien von angeblich religiös motivierter Gewalt berichtet, insbesondere solcher, die durch Muslime verübt wird. Der südostasiatische Inselstaat Indonesien gehört dabei zu den am häufigsten genannten Schauplätzen.
In seiner Untersuchung des indonesischen Konfliktgebietes der Nord-Molukken und dessen nationalem Kontext zeigt der Autor auf, dass es sich bei so genannter »religiöser« Gewalt nicht um den Zusammenstoß zweier Weltreligionen, hier des Islams mit dem Christentum, handelt. Ein so genannter »religiöser« Konflikt ist vielmehr üblicherweise primär ein ethnisch-politischer Konflikt, der in jeweils spezifischen lokalen Situationen zunächst durch historische, politische, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Faktoren bestimmt wird. Diese werden im Buch an Hand einer Fallstudie herausgearbeitet, die auf den Ergebnissen eines Forschungsaufenthaltes des Autors basiert.
Das Buch verdeutlicht die religiöse Aufladung eines ethnisch-politischen Konfliktes, die dadurch erfolgt, dass wenigstens eine der Konfliktparteien ihren Forderungen durch das Argument der religiösen Zugehörigkeit Nachdruck verleihen will und solche religiösen Letztbegründungen in den Konflikt einträgt, die den jeweiligen Überlieferungskanon der Religion missachten.
Zunächst sind es aber politische und gesellschaftliche Faktoren wie eine fehlende Gewaltenteilung, korrupte Rechtssprechung und Bürokratie und vor allem eine mächtige innenpolitische Rolle des Militärs, die die Entwicklung eines religiös aufgeladenen ethnisch-politischen Konfliktes begünstigen. Um eruptive Gewalt einzudämmen, dürfen also gerade nicht Bürger- und Menschenrechte im vermeintlichen Kampf gegen einen existierenden oder eingebildeten Terrorismus aufgehoben werden. Vielmehr müssen zivilgesellschaftliche und demokratische Strukturen aufgebaut und gestärkt werden. An diesem Prozess sollten auch die Kirchen zusammen mit anderen Religionsgemeinschaften mitwirken.
Abschließend setzt der Autor die gewonnenen Erkenntnisse über den Zusammenhang von Religion und Gewalt in Bezug zu den Thesen René Girards über die archaisch-religiöse, eine Gemeinschaft einende Funktion von Opfern.
(Lembeck Otto Verlag)
Lembeck Otto Verlag
2007 - kartoniert - 256 Seiten
Religion als Konfliktfaktor in neueren Entwicklungen auf den Nord - Molukken / Indonesien.
Immer wieder wird in deutschsprachigen Medien von angeblich religiös motivierter Gewalt berichtet, insbesondere solcher, die durch Muslime verübt wird. Der südostasiatische Inselstaat Indonesien gehört dabei zu den am häufigsten genannten Schauplätzen.
In seiner Untersuchung des indonesischen Konfliktgebietes der Nord-Molukken und dessen nationalem Kontext zeigt der Autor auf, dass es sich bei so genannter »religiöser« Gewalt nicht um den Zusammenstoß zweier Weltreligionen, hier des Islams mit dem Christentum, handelt. Ein so genannter »religiöser« Konflikt ist vielmehr üblicherweise primär ein ethnisch-politischer Konflikt, der in jeweils spezifischen lokalen Situationen zunächst durch historische, politische, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Faktoren bestimmt wird. Diese werden im Buch an Hand einer Fallstudie herausgearbeitet, die auf den Ergebnissen eines Forschungsaufenthaltes des Autors basiert.
Das Buch verdeutlicht die religiöse Aufladung eines ethnisch-politischen Konfliktes, die dadurch erfolgt, dass wenigstens eine der Konfliktparteien ihren Forderungen durch das Argument der religiösen Zugehörigkeit Nachdruck verleihen will und solche religiösen Letztbegründungen in den Konflikt einträgt, die den jeweiligen Überlieferungskanon der Religion missachten.
Zunächst sind es aber politische und gesellschaftliche Faktoren wie eine fehlende Gewaltenteilung, korrupte Rechtssprechung und Bürokratie und vor allem eine mächtige innenpolitische Rolle des Militärs, die die Entwicklung eines religiös aufgeladenen ethnisch-politischen Konfliktes begünstigen. Um eruptive Gewalt einzudämmen, dürfen also gerade nicht Bürger- und Menschenrechte im vermeintlichen Kampf gegen einen existierenden oder eingebildeten Terrorismus aufgehoben werden. Vielmehr müssen zivilgesellschaftliche und demokratische Strukturen aufgebaut und gestärkt werden. An diesem Prozess sollten auch die Kirchen zusammen mit anderen Religionsgemeinschaften mitwirken.
Abschließend setzt der Autor die gewonnenen Erkenntnisse über den Zusammenhang von Religion und Gewalt in Bezug zu den Thesen René Girards über die archaisch-religiöse, eine Gemeinschaft einende Funktion von Opfern.
(Lembeck Otto Verlag)




