ISBN: 3859210769
Strom Verlag
1990 - gebunden - 395 Seiten
Minke, der Protagonist des Romans, lebt als Journalist auf Java.
Er schreibt holländisch, in der Sprache der Kolonialherren. Als seine Frau von diesen verschleppt wird und in der Ferne stirbt, regt sich in Minke der Widerstand. Sein anfänglich überschwenglicher Glaube an die «Europäisierung» wird schwer erschüttert und eine wachsende Skepsis macht sich breit. Das Bild einer besseren Zukunft, der Unabhängigkeit von der Kolonialmacht, wird immer intensiver. Sein Kontakt mit einer politischen Untergrundorganisation und das Kennenlernen des eigenen Volkes läßt ihn mit einer Bauernfamilie den Aufstand gegen die Landnahme der Holländer proben. Die Fülle verschiedenster, präzis beschriebener Charaktere der auftretenden Personen läßt beim Leser Vertrautheit mit dieser fernen Welt aufkommen. Minkes innere Zerrissenheit, seine Verstrickungen, seine Suche nach einem menschenwürdigen Leben für sein Volk sind Gegenstand dieses Romans.
Pramoedya Ananta Toer 1925 in Blora auf Java geboren, ist der bedeutendste indonesische Schriftsteller. Er wuchs unter holländischer Kolonialherrschaft auf. Während des Befreiungskampfes in Indonesien wurde er von den Holländern verhaftet. Er begann im Gefängnis zu schreiben. Freigelassen unter Sukarno, aber wegen Unterstützung der chinesischen Minderheit wieder verhaftet, verbrachte Pram, wie er von seinen Landsleuten genannt wird, viele Jahre in den Gefängnissen der Regimes. Ein Prozeß wurde ihm nie gemacht. Zeitweilig durfte er in der Gefangenschaft seine schriftstellerische Tätigkeit ausüben. Nach seiner Freilassung - die zum Teil auf internationalen Druck erfolgte - begann er mit der Veröffentlichung der auf vier Teile angelegten Romanreihe über die Anfänge des indonesischen Nationalismus und Freiheitskampfes. Obwohl in mehreren Auflagen erschienen, wurden die Romane 1981 verboten. Toer steht seither in Jakarta unter Stadtarrest.





