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Kastensystem

"Kasten" in Indien

Der Begriff „Kaste“ entstammt dem portugiesischen „casta“ - „unvermischt, rein“ und wurde von den Portugiesen auf Indien angewandt, um die religiös begründeten - geschlossenen, sozialen, hierarchischen Gruppen zu beschreiben, welche so kennzeichnend für die indische Gesellschaft waren und sind. Das System geht auf die Zeit von ca.900-1200 v.Chr. zurück und beruht auf den Konzepten von „Jati“ (Geburt, Ursprung) und „Varna“ (Farbe). Der Begriff „Jati“ ist abgeleitet von der Sanskrit-Wurzel „jan/ja“ d.h. „gebären“  oder „erzeugen“ und wird auf all diejenigen Personen angewandt, welchen aufgrund ihrer gemeinsamen Ursprünge grundlegende Ähnlichkeiten zugewiesen werden können. Der Begriff „Varna“ ist mit dem Gedanken der Funktion verbunden. In einer Hymne des Rig-Veda findet sich die erste Begründung der Entstehung der varnas: Als sie (die Götter) den Purusa auseinanderlegten, in wieviele Teile teilten sie ihn? Was ward sein Mund, was seine Arme, was werden seine Schenkel, was seine Füsse genannt? Sein Mund ward zum Brahmanen, seine  beiden Arme wurden zum Rajanya (Ksatria-Krieger), seine beiden Schenkel zum Vaisya (Händler), aus seinen beiden Füssen entstand der Sudra“. Jede "varna" hat, im Sinne einer göttlich auferlegten Pflicht, ihre Bestimmung und Funktion zu erfüllen. Ausserhalb der Kasten stehen die „Asprishyas“, oder „Unberührbaren“, welche von Gandhi als „Harijans“, offiziell als „sceduled casts“ und welche sich selber auch als „Dalits“ (getreten, geknechtet) bezeichnen.