Entstehung der Nationalbewegung und der Tats
Seit den 1920er Jahren kam es in Burma vermehrt zu politischen Aktivitäten nationaler burmesischer Kräfte, welche Organisationen und Parteien gründeten. Dies ist in Zusammenhang zu sehen mit innenpolitischen Veränderungen einerseits – wie der Einführung von Wahlen und einer Verfassung für Burma und anderseits auch mit weltpolitische Ereignissen wie dem Ende des 1. Weltkrieges, der Entwicklung des kommunistischen Russlands infolge der Oktoberrevolution 1917, und auch dem Erstarken nationaler Bewegungen in Indien ( auch Aktionen Gandhis in 20er Jahren). Die Ereignisse in Indien führten zur Erwägung einer möglichen Unabhänghängigkeit Indiens. Damit stellte sich für die Briten auch die Frage nach der Zukunft Burmas.
Die zunehmende Politisierung der Bevölkerung war auch verbunden mit einem Anstieg der ethnischer Spannungen in Burma. Die Anfeindungen richteten sich insbesondere gegen Inder - insbesondere gegen indische Geldverleiher, Grundbesitzer, Pächter oder Gewerkschafter. In den 20er Jahre kam es zu häufigen Unruhen, Arbeiter- und Studentenstreiks und Rebellionen.Die Saya San Rebellion im Jahr 1930 wurde 1931 durch britisch-indische Truppen niedergeschlagen. Die burmesische Nationalionalbewegung begann sich zu organisieren. So entstand 1930 auch die Dobama Asiayone (Our Burmese Association) – welche sich an die Spitze der nationalen Bewegung stellte. Der Begriff „Unser Burma Association“ wurde auch als Gegenbegriff zu „Deren Burma“ (Their Burma) benutzt – womit diejenigen gemeint waren die mit den Briten kollaborierten. An der Niederschlagung der friedlichen Hsaya San Rebellion 1930 , dem Studentenstreik 1936, dem Generalstreik 1938 waren Karen beteiligt - wodurch das Verhältnis von Burmesen zu Karen weiter belastet wurde. Die Dobama Aktivisten fügten symbolisch zu ihrem Namen den Begriff „Thakin“ (Meister) hinzu. Da es den ethnischen Burmesen verweigert wurde in die Armee einzutreten, begannen die entstandenen Nationalen Organisationen sich eigene kleine paramilitärische Kampfgruppen aufzubauen. Diese kleinen Truppen sind die sogenannten Tats. Sie waren straff militärisch organisiert, trugen Uniformen – durften aber keine Feuerwaffen tragen. Innerhalb dieser Truppen wurden militärische Begriffe, Symbole, Befehle, Lieder ins Burmesische übersetzt. Sie hatten zunächst nur Ordnungs – und SicherheitsAufgaben bei Demonstrationen, Streiks, oder Wahlen. Ausserdem hielten sie Paraden ab und wurden so auch zu einem Bestandteil des öffentlichen Lebens. Symbolisch waren sie eine Machtdemonstration der wachsenden nationalen Kräfte. Die Tats wurden sogar von der britischen Kolonialmacht toleriert. Es gibt mehrere mögliche Antworten warum die Briten nichts dagegen unternahmen: 1-Wahrscheinlich sahen die Briten in diesen Tats keine so ernsthafte Bedrohung (es entwickelte sich ja auch eine Vielzahl solch kleiner Einheiten für eine Vielzahl unterschiedlicher Gruppen und Organisationen mit teilweise verschiedensten Zielen) 2-Den Briten wurde immer bewusster, dass Burma von Indien separiert werden musste und somit auch eigene Militärische Kräfte brauchte 3-Angesichts wachsender militärischer Bedrohungen (2.Weltkrieg) wären möglicherweise solche Einheiten auch im Krieg einsetzbar (nicht bedacht auch gegen Briten!). Die erste Tat wurde 1930 gegründet, die sogenannte Ye-Tat („Tapfere Armee“), um jungen Leuten eine militärische Grundausbildung zu geben für die nationale Bewegung. 1935 und 36 wurde von der Dobama Asiayone die Burma Letyone Tat („Starke Burma Armee“) und von der University Students Union die Thanmani Tat („Stählerne Armee“) gegründet. Diverse weitere Mini-Tats wurden gegründet durch Politiker oder Religiöse Gruppierungen. Durch diese Tats wurden die bestehenden Grenzen zwischen sogenannten Kollaborateuren (Minderheiten) und den burmesischen Nationalisten institutionalisiert und zementiert.
Besatzung, Widerstand, Verwaltung und Militär
Entstehung der Nationalbewegung und der Tats
Der 2. Weltkrieg und die Japanische Invasion
Literatur:
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Mary P. Callahan: Making Enemies, Ithaca & London 2003
Roland Bless: Divide et impera ?, Stuttgart 1990
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Robert H. Taylor: The State in Burma, University Of Hawaii Press 1987
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