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Myanmar - Burma in der Kolonialzeit 3
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Der 2. Weltkrieg und die Japanische Invasion

Für die Japaner hatte Burma primär strategische Bedeutung im Krieg gegen China. Schon Jahre vor dem japanischen Angriff waren japanische Agenten im Land.
1941 kam es zu geheimen Vereinbarungen zwischen Japanern und nationalen burmesischen Kräften über den Aufbau einer burmesischen Armee zur Unterstützung der geplanten Japanischen Invasion. Hier war Aung San Verhandlungspartner der Japaner. Mit diesen Verhandlungen war sicher auch die Hoffnung auf Erreichung der Unabhängigkeit verbunden. Die Japaner organisierten den Transport von 27 burmesischen Nationalisten nach Tokyo für miltärisches Training. Dies sind die sogenannten mystifizierten „30 Kameraden“. Nach Absolvierung ihres Crash-Kurses wurden sie November 1941 nach Bangkok gebracht. Dort begannen sie mit dem Aufbau einer Armee – der sogenannten  Burma Independent Army – BIA. Es wurde versucht Freiwillige aus Burma nach Thailand zu holen, die militärische Ausrüstung wurde von Japanern zur Verfügung getellt. Formal wurde die BIA der 15.Japanischen Armee untergeordnet. Beim Angriff der 15.Japanischen Armee auf Burma, folgten die BIA-Einheiten und unterstützten die Japanern durch Organisation von Verpflegung und Nachschub. Beim Einmarsch wurden viele weitere Soldaten für die BIA rekrutiert. Die BIA-Führung bestand grösstenteils aus früheren Thakins. Von Dezember 1941 brauchten 64 000 Japaner nur 5 Monate um die 30 000 Britisch-Indischen Truppen aus Burma zu vertreiben. Nach den ersten japanischen Bombenangriffen über Rangoon verliessen die Britisch-Indischen Kolonialbeamten das Land und die Britisch-Indische Armee wurde zurückgezogen. Es kam zum plötzlichen und kompletten Zusammenbruch der von den Briten eingeführten Kolonialen Strukturen. Am 7. März 1942 hatten die letzten Britischen Kräfte Rangoon verlassen. Schon früh nach dem Eindringen von BIA-Truppen von Thailand nach Burma kam es zu Spannungen zwischen ausschließlich ethnisch burmesischen BIA-Einheiten und ethnischen Minderheiten. Es kam auch zu  Massakern und der Zerstörung hunderter Dörfer – die Gewalt richtete sich zum größten Teil wohl gegen die Volksgruppe der Karen. In ersten Monaten nach der Invasion war das Land zersplittert in diverse kleine autonome Enklaven. Das japanische Regime versuchte die zentrale Autorität wiederherzustellen. Die BIA hatte nun vor allem in den ländlichen Gebieten das sagen und versuchte die Ordnung wieder herzustellen und übernahm Aufgaben der Verwaltung. Die Japaner sahen eine Gefahr und versuchten den Einfluss der Thakins und der BIA zurückzudrängen.So kam es auch zu Zusammenstössen zwischen diesen BIA-gestützten Thakins in der Provinz und den Japanern. Für die Japaner war das Dilemma, dass wenn sie die Thakins absetzen würden - wer sollte dann die Verwaltungsaufgaben übernehmen? Die Japaner entschieden sich die alten – schon vor dem Krieg tätigen Regierungsbeamten wieder einzusetzen - um damit den Einfluss der Thakins wieder zurückzudrängen. Mit der BIA hatte sich innerhalb eines Jahres ein neuer militärischer Machtfaktor entwickelt welcher sich an der Vertreibung der Briten aus Burma beteiligte, dann sehr schnell vergrösserte und schliesslich auch zu einer Bedrohung für die Japaner wurde. Diese Burma Independent Army (BIA) war die erste Nationale Armee Burmas. Anders als die Britisch-Indische Armee vor dem Krieg, die grösstenteils aus Indern und wenigen Angehörigen der ethnischen Minderheiten bestand, bestand diese Armee nun fast ausschliesslich aus ethnischen Burmesen. Minderheiten wie Karen, Kachin, Chin und Shan waren nicht in der BIA und wurden auch nicht rekrutiert. Die Karen vermutlich auch nicht aus Vorbehalt bezüglich der Dienste von Karen in der Britisch-Indischen Armee. Das starke Anwachsen und der Einfluss der BIA sowie die Zusammenstösse zwischen japanischen und BIA-Einheiten veranlassten die Japaner im März 1942 dazu die BIA umszustrukturieren. Die Gesamtgröße wurde auf etwa 7000 Mann beschränkt. Die Truppen wurden in zwei Einheiten aufgeteilt und den burmesischen Kommandanten japanische Berater zugeteilt.Generell wurde die BIA stark japanisiert durch japanische Komandos, Uniformen und Training und auch durch die japanische Militärpolizei (Kempetai) überwacht. Für die Japaner gestalteten sich die Folgen der Besetzung Burmas wohl schwieriger als erwartet. Sie mussten den Einfluss der politischen Thakins begrenzen (was sie durch Einsetzung alter Kolonialbeamter taten), Einfluss auf die neugeschaffene BIA nehmen und den gestärkten Nationalismus mit der Forderung nach Unabhängigkeit begrenzen. Weil weiterhin die nationalistischen Forderungen aus Reihen der BIA nicht abnahmen, wurde im Juli 1942 die BIA nochmals drastisch umstrukturiert. Die Anzahl der Soldaten wurde nochmals auf 2000 bis 5000 beschränkt. Weiterhin erhielt die Armee einen neuen Namen -  Burma Defence Army - BDA. Alle Soldaten wurden nun für mehrere Monate zusammen stationiert  (Effekt Förderung Gemeinschaftbewusstsein). Die Japaner erlaubten jedoch weiterhin die Selektion von Soldaten durch burmesische Offiziere für die BDA. Dies wurde von Burmesen auch genutzt um Soldaten mit besonderem Interesse an Unabhängigkeit Burmas auszuwählen. In der Folgezeit nahm die Grösse der BDA auch wieder zu, 1942-43 zunächst auf 8000 Mann und ab 1943 auf 15 000 Mann. Ab September 1942 wurde eine Militärakademie für Offiziere der BDA in Mingaladon eröffnet (nahe Rangoon). Die Japaner versprachen sich davon eine bessere Kontrolle der Armee. Für die Auswahl von geeigneten Soldaten für diese Akademie waren allerdings frühere Mitglieder der „30 Kameraden“ zuständig , welche nun die Möglichkeit nutzten national gesinnte Kandidaten auszuwählen die für ihr eigentliches Ziel - die Unabhängigkeit Burmas - sich einzusetzen bereit waren. So entwickelte sich diese Schule, entgegen den Vorstellungen der Japaner, eher zu einer Ausbildungsstätte für politisch-geeinte, burmesisch-nationale, anti-japanische Kräfte. Eine weitere Massnahme zur Umstrukturierung der nun BDA genannten Armee war die Eröffnung des „Military Preparations Bureau“- MPB  zur Verwaltung der BDA in Rangoon. Diese Institution wurde auch als „War Office“ bezeichnet (Besetzung 2/3 Japaner, 1/3 Burmesen). Auch hier wurde die Politik der Japaner durch burmesisch-nationale Interessen unterwandert. Der Einfluss der Japanern wurde mehr und mehr zurückgedrängt. Dieses „War Office“ entwickelte sich zu einer Koordinationsstelle der anti-japanischen, burmesisch-nationalen Kräfte. Die BDA wurde gegen Ende des Krieges nochmals umbenannt in Burma National Army (BNA). Auch außerhalb der militärischen Strukturen konnte sich die Widerstandbewegung weiter koordinieren. Im Juli/August 1944 kam es zu einem Treffen von Vertretern der Kommunistischen Partei Burmas (CPB), der Peoples Revolutionary Party (PRP, later the socialists) und einigen Armee-Offizieren. Sie gründeten die Anti-Fascist Organization - AFO  (United Front). Gewählter Führer dieses Zusammenschlusses war Aung San. Der schwierigste Diskussionspunkt war die Frage der Annahme ausländischer Hilfe zur Beendigung der japanischen Besatzung und  Erreichung der Unabhängigkeit. Die sich vereinten Gruppierungen kamen überein die Japaner als Hauptgegner zu definieren und sogar die Hilfe der Alliierten zu akzeptieren. In den Grenzgebieten zu Burma rekrutierten die Briten verstärkt ethnischen Minderheiten zum Kampf gegen die Japaner. Sie rekrutierten vorwiegend Kachin, Karen, Arakanesen und Chin welche teilweise auch als Guerilla-Kämpfer nach Burma geschleust wurden. Das SOE (British Special Operative Executive) behauptet 16 000 Guerillakämpfer in Burma im Einsatz zu haben. Weiterhin operierten diverse Geheimdienste in Burma. Bis Ende 1944 gab es jedoch keine gemeinsame Kommando oder -Informationszentrale oder Kooperation Im Rekrutierungsprozess nutzten die Briten die Ressentiments der ethnischen Minderheiten gegenüber den Burmesen. Die Minderheiten wurde umworben als loyale Kämpfer im Gegensatz zu den mit den Japanern kollaborierenden ethnischen Burmesen. Die ethnischen Burmesen galten bis Mitte 1943 für die Alliierten als Kollaborateure der Japaner und damit als Feind. Damit schien eine gemeinsame Operationen ausgeschlossen – auf alliierter Seite gab es grosse Vorbehalte gegen eine Zusammenarbeit mit AFO und BNA. Praktisch kam es dann aber zur Übereinkunft einer gemeinsamer Akzeptanz und Unterstützung in der Bekämpfung der Japaner. 1945 wurden Japaner von den Briten mit Unterstützung durch die BNA aus Burma vertrieben. Die Monate nach dem Sieg über die Japaner waren geprägt durch anhaltende Spannungen zwischen den quasi wiedergekommen aber eigentlich nicht erwünschten Briten einerseits und den von den Briten immer noch als Kollaborateure betrachteten Burmesen. 1945 gab es mehrere Treffen zwischen den Briten und der AFO bzw. BNA. im Ergebnis wurde die Einführung einer zweigliedrigen Armee beschlossen. Bis zur Unabhängigkeit blieb ein Brite Oberkommandierender der Armee. Darunter zwei Generäle - einer ethn. Burma - der andere einer der Minderheiten zugehörig. Damit wurde diese Armee praktisch gespalten. Die BNA wurde zum 4. Mal umbenannt in Patriotic Burmese Forces (PBF). Die AFO wurde umbenannt in Anti-Fascists-People-Freedom-League (AFPFL).  

 

1947 Panglong-Konferenz
---Ermordung Aung Sans
1948 Unabhängigkeit Kandy-Conference


Besatzung, Widerstand, Verwaltung und Militär
Entstehung der Nationalbewegung und der Tats
Der 2. Weltkrieg und die Japanische Invasion

Literatur:
Making Enemies
Mary P. Callahan: Making Enemies, Ithaca & London 2003
Roland Bless: Divide et impera ?, Stuttgart 1990
The State in Myanmar - Robert H. Taylor
Robert H. Taylor: The State in Burma, University Of Hawaii Press 1987



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