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Norodom Sihanouk
Norodom Sihanouk

König von Kambodscha
1941 - 1955
1993 - 2004
Regierungschef
1955 - 1970
1975 - 1976
1991 - 1993

Prinz Sihanouk wurde mit 18 Jahren 1941 von der französischen Kolonialmacht als König von Kambodscha ernannt. Nach dem Erreichen der Unabhängigkeit 1953, trat er zunächst als König zurück. Dieses war formal notwenig, um politisch in einer Partei und Regierung tätig werden zu können. Er gründete das Parteienbündnis „Sankum Răstr Niyum“ und konnte die Wahlen 1955 mit großer Mehrheit gewinnen. Norodom Sihanouk wurde damit der erste Regierungschef des unabhängigen Kambodscha.

Innenpolitisch führte Sihanouk eine repressive Politik gegenüber seinen politischen Gegnern. Diese wurden aus ihren Ämtern entlassen und teilweise verhaftet, oppositionelle Parteien wurden verboten. Außenpolitisch versuchte Sihanouk eine Politik der Neutralität zu führen, welche er auch als „aktive positive Neutralität“ bezeichnete. In wirtschaftlicher Hinsicht stagnierte allerdings die kambodschanische Wirtschaft nach wenigen Jahren aufgrund von Korruption und Missmanagement, die Arbeitslosigkeit nahm zu. In religiöser Hinsicht, verkündete das von Sihanouk begründete, und fast diktatorisch regierende Sankum - Parteienbündnis, einen „buddhistischen Sozialismus“.

Ein besonderes Merkmal der Sankum - Periode unter Sihanouk war die Entwicklung von Bildungseinrichtungen, die der Bevölkerung sowohl eine säkulare als auch eine besonders geförderte buddhistische Bildung ermöglichten. An den damals ca. 570 landesweiten Primärschulen wurde neben den säkularen Fächern auch die buddhistische Lehre vermittelt.

Die neutrale Politik Sihanouks gestaltete sich durch den auf Kambodscha übergreifenden Vietnamkrieg zunehmend schwieriger. Die Kriegshandlungen dehnten sich auf weite Teile Kambodschas aus. Seit Anfang der 60er Jahre hatte Sihanouk versucht, die militärischen Beziehungen mit den USA einzuschränken und brach diese 1965 schließlich ganz ab. An der Nordostgrenze Kambodschas zu Vietnam sammelten sich seit Mitte der 60er Jahre, unter der Protektion Vietnams, die von Sihanouk verfolgte Führung der kambodschanischen Kommunisten, welche sich schliesslich als die so genannten Roten Khmer formierten. Gegen Ende der 60er Jahre begann Sie von hier aus mit den militärischen Aktionen gegen die Regierungstruppen Kambodschas. Während einer Auslandsreise wurde Sihanouk 1970 durch das rechtsgerichtete kambodschanische Parlament abgewählt, und General Lon Nol übernahm die Macht in Kambodscha. Sihanouk ging ins Exil nach China.

Nach dem Abzug der Vietnamesen aus Kambodscha und den 1993 unter UN-Aufsicht durchgeführten Wahlen wurde Norodom Sihanouk 1993 wieder zum König ernannt. 2004 trat er aufgrund gesundheitlicher Gründe zurück.

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