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Shinto - Shintoismus

Shintō - Shintoismus

Die alte japanische Stammesreligion bekam im 6.Jh den sino-japanischen Namen Shin-to  (jap. Kami no michi - "Weg der Götter") im Unterschied zum Buddhismus der sich Butsu-do ("Weg des Buddha") nannte.

In der Geschichte des Shintoismus lassen sich drei Perioden unterscheiden:
1-frühe Periode bis zur Einführung des Buddhismus im 6.Jh.
2-Periode der Auseinandersetzung und Verschmelzung mit dem Buddhismus
3-Periode der Erneuerung des reinen Shintoismus seit Anfang des 18.Jh.

In Grundformen, Naturverehrung und Ahnenkult hat sich der Shinto von der frühesten Zeit bis zur Gegenwart erhalten. Den frühen Shintoismus lernt man aus den heiligen Schriften kennen, welche zugleich die ältesten Literaturdenkmäler der Japaner sind, sie wurden allerdings erst in buddhistischer Zeit gesammelt und aufgeschrieben und zeigen so schon Spuren des chinesischen Einflusses.

3 myhologische Sammlungen - von Japanern als Geschichtswerke aufgefasst, werden zusammengefasst unter dem Titel Sam-bu-hon-sho (-Die drei Hauptbücher<)
1-Ku-ji-ki   (Geschichte der Begebenheiten in der Urzeit)  620 n.u.Z.
2-Ko-ji-ki   (Geschichte der Begebenheiten im Altertum)   712 n.u.Z.
3-Nihon-gi  (Japanische Annalen) 720 n.u.Z.

Der ursprüngliche Text der Ku-Ji-ki wurde vom Prinzen Shotoku Taishi verfasst , verbrannte 645 n.u.Z. und wurde erst viel später wieder aufgeschrieben und kann so nicht mehr als authentische Quelle gelten. Aber das Ko-ji-ki und das Nihon-gi sind in ursprünglicher Form erhalten. Sie erzählen von der Entstehung der Welt und der Götter und deren Taten und vom Ursprung religiöser Bräuche. In beiden Büchern findet sich ein Bericht über den göttlichen Ursprung des japanischen Kaiserhauses. Eine Ergänzung zum Nihon-gi bildet kleines Buch - das Kogo-shui (gesammelte Reste alter Geschichten), welches 808 von Hironari, einem hohen Kultusbeamten verfasst wurde. Die Geschichten gehen über einen blossen Mythus hinaus und können durchaus Erinnerungen an wirkliche historische Begebenheiten enthalten.Vor allem geben sie ein ungefähres Bild des Kulturzustandes des vorgeschichtlichen Japan.

Weitere Quellen für frühen Shinto sind drei Zeremonialbücher, welche auch die Grundlage der kultischen Handlungen bis heute bilden :
1-Konin-shiki      820 n.u.Z.
2-Jogwan-shiki    871 n.u.Z.
3-Engi-shiki         927 n.u.Z.

Das Engi-shiki ist besonders wichtig durch Texte der 27 Rituale (Norito)  und die Liste der staatlichen Schreine mit ihren Gottheiten, durch Ordnung der Feste,des Baues der Schreine und der Priesterschaft.

Im Ko-ji-ki und Nihon-gi finden sich alte Mythen des Shintoismus von Entstehung der Welt, der Menschen und dem Ursprung der Götter, untermischt mit Elementen der chinesischen Mythologie. Danach stand am Anfang ein Götterpaar Izanagi (der einladende Herr) und Izanami (das einladende Weib). Diese vermählten sich und erzeugten die schönen acht grossen Inseln des Reiches Japan. Zuerst die herrliche fruchtbare Insel Yamato. Dann wurde ihnen eine Reihe göttlicher Kinder geboren. Der Gott des Meeres, der Beherrscher der Flüsse, der Gott der Bäume und eine Göttin der Pflanzen. Als sie nun sahen,dass sie das Reich der acht Inseln geschaffen hatten mit Bergen, Flüssen und Pflanzen, beschlossen sie, auch jemand zu erzeugen,der Herr der Welt sei. Ihr nächstes Kind war eine Tochter, wegen ihrer strahlenden Schönheit nannten sie sie Ama-terasu (die am Himmel leuchtende). Ihr gaben die Eltern die Herrschaft über das Reich des Lichtes,einschliesslich des Himmels und der Erde, und schickten sie an den Himmel hinauf. Das folgende Kind war ein Sohn, nicht weniger schön als Ama-terasu. Ihn sandten sie ebenfalls an den Himmel,wo er neben ihr herrschen sollte (Mondgott Tsuki-yomi  (Mond-Beherrscher)). Der nächste Sprössling war hässlich und böse, so verbannten sie ihn in die Unterwelt. Sein Name war Susa-no-o (Mann des Ungestüms) und wurde der Sturmgott. Danach gebar Izanami noch die Erdgöttin, die Wassergöttin und den Gott des Feuers, bei dessen Geburt sie starb. Im Rat der Götter wurde beschlossen ,den acht Inseln einen Herrscher zu geben. Die Sonnengöttin Ama-terasu sandte ihren Enkel Ninigi hinab in das „Land der frischen Ähren des üppigen Schilfgefildes (d.h. Japan) mit dem Befehl, es zu beherrschen,und gab ihm die Verheissung mit : „Möge das Blühen und Gedeihen der himmlischen Dynastie wie Himmel und Erde ohne Ende dauern“. Sie gab ihm mehrere Götter zur Unterstützung mit ,schenkte ihm die Yasaka-Krummjuwelen,das Grasmähe-Schwert und gab ihm ihren Spiegel mit den Worten: „Betrachte hier diesen Spiegel ganz so,als wäre er meine erlauchte Seele, und verehre ihn ehrfürchtig, gleich wie wenn du mich selber verehrtest.“ Dieser Spiegel wird noch im Heiligtum der Göttin in Ise verehrt , in anderen Tempeln der Sonnengöttin werden daher Spiegel als ihr Symbol aufgestellt. Der Urenkel des Ninigi ,welcher in Provinz Yamato seine Residenz aufschlug, eroberte die ganzen Inseln und wurde Gründer des japanischen Reiches. Dieser erste Kaiser erhielt im 8.Jh n.u.Z. den posthumen Ehrennamen Jimmu-tenno  (Göttlicher Krieger, Kaiser). Nach der erdichteten Chronologie des Nihon-gi fand die Thronbesteigung des Jimmu im Jahre 660 n.u.Z. statt, und damit endet nach Meinung der Japaner das Zeitalter der Götter und beginnt die Geschichte des Kaiserreichs Japan.




Shinto - Ernst Lokowandt -