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Staatliche Rehabilitierung des Buddhismus
» Buddhismus und Politik in Kambodscha

5 „Staatliche Rehabilitierung“ des Buddhismus

Ende der 80er Jahre kam es im Rahmen der Entspannungspolitik zu Verhandlungen zwischen der UDSSR, Vietnam und China. Im Ergebnis wurde eine Einigung über die Beendigung des politischen und militärischen Einflusses von Vietnam in Kambodscha erzielt. 1989 zogen die vietnamesischen Truppen aus Kambodscha ab. Die zunächst weiterregierende „Revolutionäre Volkspartei“ begann einen Wandlungsprozess, benannte sich 1991 um in „Kambodschanische Volkspartei“37 und verzichtete in Ihrem neuen Programm auf einen „authentischen Marxismus Leninismus“.  Der amtierende Premierminister Hun Sen entschuldigte sich für die früheren „Fehler“ der Regierung gegenüber der Religion.38  

Verbunden mit dem Abzug der vietnamesischen Besatzung verringerte sich der starke Einfluss und die Aufsicht des Staates über den Shanga. Der Buddhismus wurde wieder zur Staatsreligion und die bisherigen staatlichen Restriktionen wurden aufgehoben.39 Die Anzahl der Mönche, die zwischen 1985 bis 1989 nur etwa 7250 betrug, erhöhte sich schon 1990 auf circa 16400.40 Weiterhin entstanden Anfang der 90er Jahre zahlreiche neue buddhistische Schulen. Nach dem Vorbild der Bildungspolitik der Sihanouk-Zeit wurden 1990, 26 neue Pali - Schulen eröffnet.41 1991 kehrte auch König Sihanouk aus dem chinesischen Exil nach Kambodscha zurück und nahm wieder die traditionelle Rolle des Obersten Patrons des Sangha ein. Die Zwangsvereinigung der beiden Nikayas wurde rückgängig gemacht und die Autonomie von Thommayut und Mahanikay wiederhergestellt. König Sihanouk ernannte die „Sanghareach“ der beiden buddhistischen Orden - auf Seiten des  Mahanikay: Tep Vong, und auf Seiten des Thommayut: Bour Kry.

Als es nach dem Abzug des vietnamesischen Militärs 1991 wieder zu stärkeren militärischen Auseinandersetzungen, zwischen den noch immer in Westkambodscha operierenden Truppen der Roten Khmer und der Regierung kam, wurde 1992 eine UNO-Mission nach Kambodscha entsandt. Eine UN-Übergangsregierung sollte eine Beendigung des noch bestehenden militärischen Konfliktes mit den Roten Khmer erreichen, und freie und faire Wahlen vorbereiten.42


weiterlesen:
6 Der Sangha zwischen Tradition und politischer Aktion
1 Sihanouk und „Buddhistischer Sozialismus“
2 Lon Nol und „buddhistischer Neo-Khmerismus“
3 Pol Pot und „feudaler Buddhismus“
4 Vietnamesische Besatzung und Buddhismus „unter Aufsicht“
5 „Staatliche Rehabilitierung“ des Buddhismus