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Yangshao-Zeit

Yangshao-Zeit

Das Dorf Yangshao liegt am Mittellauf des Gelben Flusses. Hier wurde 1921 einer der ersten jungsteinzeitlichen Fundorte in der ostchinesischen Tiefebene entdeckt. Aufgrund zahlreicher anderer Fundstätten in der Region mit ähnlichen Merkmalen wurden diese Fundstätten dann zur Yangshao-Kultur zusammengefasst. Davon zu unterscheiden ist die Yangshao-Zeit, die als Bezeichnung für den Zeitraum zwischen etwa 5000 und 3000 v.u.Z. gilt, womit auch die Zusammenfassung der regionalen Kulturen verbunden ist. Zur Yangshao-Zeit gehören die Yangshao-Kultur am Mittellauf des Gelben Flusses, die Dawenkou-Kultur im Küstenumkreis der Shandong-Halbinsel, die Daxi-Kultur am Mittellauf des Jangtse, die Majiabang- und die Hemudu-Kultur an der Mündung des Jangtse sowie die Dapenkeng-Kultur an der Südküste des heutigen China. Eine besonders wegweisende Entwicklung der Yangshao-Zeit ist die Entwicklung des Kontaktes der regionalen Kulturen untereinander und eine daraus resultierende gegenseitige Beeinflussung.

Während der Yangshao-Zeit wurde in den nördlichen Regionen des Gelben Flusses vorwiegend Hirse, und in den südlicheren Gebieten des Jangtse-Flusses zumeist Reis angebaut, dazu ergänzend wurde gejagt und gefischt. „Hunting and Fishing took place, sometimes on a considerable scale, but these activities remained of a supplementary nature. The bow and arrow, harpoons, spears, and fishhooks were among the principle implements. Silkworms were raised, and hemp was possibly cultivated; the fabrics were spun (spindle-whorls), woven (loom?), and sewed (eyed needles).” Die Töpferwaren der Yangshao-Zeit wurden teilweise schon auf Töpferscheiben gedreht und in Brennöfen gebrannt. Sie zeigen sehr differenzierte, künstlerische Dekorationen und vereinzelt auch einfache, bildhafte Darstellungen. Hauptsächlich wurde Stein als Material für Werk-zeuge und Waffen verwendet. Aus Jade finden sich fein gearbeitete Schmuck- und Ritualgegenstände. Für die Verarbeitung von Metallen gibt es aus der Yangshao-Zeit nur wenige Spuren.

Die Siedlungsstrukturen der Yangshao-Zeit weisen auf Anfänge sozialer Differenzierung und einer Fragmentierung in „ländliche“ und „städtische“ Gebiete hin. Die Grabstätten mit überwiegend Gemeinschaftsgräbern zeugen allerdings noch von einer relativ egalitären Gesellschaft. In den Gräbern fanden sich Töpferwaren, Werkzeuge, Waffen, Schmuck und rituelle Objekte. Die Beigaben spiegeln den Glauben an den Übergang der Verstorbenen in die Welt der Ahnen wieder. Zum einen sollten die funktionalen Grabbeigaben wahrscheinlich den Verstorbenen in der Ahnenwelt nützlich sein. Zum anderen fungierten rituelle nicht-funktionale Beigaben vermutlich als reine Opfergaben zur Ehrung der verstorbenen Ahnen. „Ancestral cults have long been recognised as the dominant religious form in ancient China.“ Zu den bemerkenswertesten nicht-funktionalen Grabbeigaben gehören Jadeobjekte, die oft in Form eines Diskus (bi), eines rechteckigen Ringes (cong) oder eines Rohres (yazhang) in den Gräbern gefunden wurden. Sie werden zumeist als rituelle Objekte angesehen. „Bi (disks with a central hole) were traditionally used in ancient China to make sacrifices to heaven. A recent theory about the cylindrical cong, based on its square outside (the square representing earth) and round inside (the circle representing heaven), is that the cong was a shaman`s instrument to communicate with heaven and earth.” Aufgrund der zunehmenden Funde von rituellen Objekten wird davon ausgegangen, dass sich in der Yangshao-Zeit das Schamanentum herausgebildet bzw. an Bedeutung gewonnen hat. In einem Grab aus der Yangshao-Zeit wurden neben dem Verstorbenen zahlreiche Cowrie-Muscheln so aneinandergelegt, dass sich die Abbildung zweier Tiere erkennen lässt. Dabei handelt es sich zum einen wahrscheinlich um die Darstellung eines Tigers, und zum anderen – so wird jedenfalls verbreitet angenommen - um das Bild eines Drachen. Kwang-Chih Chang vermutet, dass es sich um das Grab  eines Schamanen handelt, welcher von seinen Begleittieren symbolisch umgeben wurde.