Der Regisseur Shaheen Dill-Riaz wurde am 26. März mit dem Adolf-Grimme-Preis für seinen Film Eisenfresser ausgezeichnet. Der Dokumentarfilm zeigt den Alltag, die Armut und die Ausbeutung der Arbeiter in der Schiffs-Abwrackindustrie in Bangladesch. An der Südküste Bangladeschs werden ausgemusterte Tanker und Containerschiffe zerlegt. Diese Arbeiten werden vorrangig von Arbeitern aus dem Norden Bangladeschs verrichtet, welche durch ein verworrenes System von Subunternehmern rücksichtslos ausgebeutet werden. Die Arbeiten werden häufig barfuss und mit einfachsten Mitteln durchgeführt, was zu häufigen Unfällen, Verletzten und auch Toten führt.
Shaheen Dill-Riaz wurde 1969 in Dhaka (Bangladesch) geboren. Er studierte zunächst Philosophie und arbeitete dann als Filmjournalist. Durch ein Kulturstipendium des Goethe-Instituts in Berlin kam er 1992 nach Deutschland und studierte Kunstgeschichte in Berlin, dann Kamera an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg.
Mehr Informationen über die Schiffs-Abwrackindustrie in Bangladesch finden Sie auf den Seiten des gemeinnützigen und in der Entwicklungszusammenarbeit tätigen Vereins Netz e.V.. Hier kann auch ein 24seitiges Special der Zeitschrift NETZ zum Film sowie demnächst vorraussichtlich auch die DVD bezogen werden. Hinweise zu Kino- und TV-Ausstrahlungen sind willkommen.


