Nach insgesamt mehr als 20 Jahren Hausarrest, wurde am Samstag die populäre Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi freigelassen. Tausende ihrer Anhänger hatten sich bereits vor ihrem Haus in Rangoon versammelt – als Aung San Suu Kyi hinter dem Tor erschien wurde Sie mit grossem Jubel begrüsst. Aung San Suu Kyi hatte mit der National League for Democracy die letzten demokratischen Wahlen 1990 mit großer Mehrheit gewonnen. Der Sieg war von den Militärs nicht anerkannt und Aung San Suu Kyi seitdem unter Haussarrrest gestellt worden.
Die Freilassung erfolgt nun sechs Tage nach den ersten Parlamentswahlen in Myanmar seit 20 Jahren. Diese Wahlen können jedoch als Farce angesehen werden – sie waren weder fair noch frei, ein Sieg der Partei der in Zivil gekleideten Militärs stand von vornherein fest. Bereits 25 Prozent der Parlamentssitze waren für das Militär reserviert und Aung San Suu Kyi wurde von den Wahlen ausgeschlossen. Die Repressionen gegenüber Regimekritikern und die Behinderung einer freien Parteienarbeit trug ihr übriges zu dem forcierten Wahlergebnis bei.
Neben der momentanen Freude bleibt abzuwarten, ob die jetzige Freilassung nicht wieder nur taktisches Manöver der Militärs ist. Eigentlich ist nichts anderes zu erwarten. Falsche Versprechungen und ein Spiel mit den Hoffnungen auf einen Wandel gab es in der Vergangenheit immer wieder. Eine ernste Bereitschaft auf eine zivile Umgestaltung des Landes kann den Militärs nicht mehr abgenommen werden. So gibt auch Zoya Phan von der Burma Campaign UK zu bedenken: “I am thrilled to see our democracy leader free at last, but the release is not part of any political process. Instead it is designed to get positive publicity for the dictatorship after the blatant rigging of elections on 7 November. … We must not forget the thousands of other political prisoners still suffering in Burma’s jails.“






