Der neue Roman von Haruki Murakami erscheint in wenigen Tagen. Unter dem zunächst seltsam anmutenden Titel “IQ84″ – gelesen: Q-zehn-vierundachtzig, versucht Murakami, ein Gegenstück zu George Orwells futuristischen und weltbekannten “1984″ zu bieten. “Ich wollte das Gegenteil davon schreiben, einen Roman über die nahe Vergangenheit, der zeigt, wie die Dinge hätten gewesen sein können.” Das 1300 Seiten lange Epos handelt von der Parallelwelt IQ84 und ist dabei auch eine Liebesgeschichte. “Alle meine Bücher sind seltsame Liebesgeschichten. Ich liebe seltsame Liebesgeschichten. Und dieses Buch ist eine sehr lange, seltsame Liebesgeschichte.”
Die gebundene Ausgabe mit 1300 Seiten erscheint am 1.10.2010 im DuMont Buchverlag.
Die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr vom 6. bis zum 10. Oktober, wie immer mit den offenen Publikumstagen am Wochenende. Diesjähriger Ehrengast der Messe ist Argentinien.

Die burmesische Militärregierung hat nun den Termin zu den angekündigten Wahlen bekanntgegeben. Am 7. November soll in Myanmar erstmals seit 20 Jahren wieder gewählt werden. Dabei können die Wahlen nicht als demokratisch, weder als fair noch als frei bezeichnet werden. Vorab sind bereits 25 Prozent der Parlamentssitze für das Militär reserviert. Keine verurteilten Personen dürfen sich an den Wahlen beteiligen – somit sind zahlreiche Oppositionelle sowie die populäre Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi bereits im Vorfeld von den Wahlen ausgeschlossen (erst kürzlich wurde ihr Hausarrest erneut bis kurz nach den Wahlen verlängert). Ebenso dürfen keine Persönen religiöser Gemeinschaften an den Wahlen teilnehmen – so können auch nicht die buddhistischen Mönche an den Wahlen teilnehmen. Buddhistische Mönche hatten die letzten, blutig niedergeschlagenen Demonstrationen im September 2007 angeführt. Die National League for Democracy (NLD), welche mit Aung San Suu Kyi die letzten demokratischen Wahlen 1990 mit großer Mehrheit gewonnen hatte, wird ebenfalls nicht an den Wahlen teilnehmen. Die Partei hatte bereits angekündigt, diese Wahlen zu boykottieren und sich nicht registrieren lassen. So scheint es zweifelhaft, ob mit diesen Wahlen tatsächlich politische Veränderungen in Myanmar zu erwarten sind.

Die andauernde Flutkatastrophe in Pakistan, mit den schwersten Überschwemmungen im Nordwesten Pakistans, hat sich inzwischen weiter südlich ausgeweitet. Auch flussabwärts des Indus in den Provinzen Sindh und Punjab stehen inzwischen ganze Landstriche unter Wasser. Nachdem es in den vergangenen Jahren vor allem in Indien immer wieder zu verheerenden Überschwemmungen kam, hat es dieses Jahr vor allem Pakistan schwer getroffen. Im Zuge der diesjährigen heftigen Monsun-Regenfälle sind viele Flüsse über die Ufer getreten. Hundertausende Menschen sind auf der Flucht vor den Wassermassen, Schätzungen der Todesopfer liegen bislang zwischen etwa 1200 bis 1600. Nach Angaben der UNO sind etwa 14 Millionen Menschen von der Flutkatastrophe betroffen, wovon mindestens sechs Millionen dringend auf Hilfe angewiesen sind.


© Shumona Goel and Shai Heredia
Being Singular Plural – Moving Images from India
Ausstellung im Guggenheim Berlin vom 26. Juni bis 10. Oktober 2010.
Die Ausstellung präsentiert aktuelle Film- und Videoarbeiten von den indischen Medienkünstlern Shumona Goel und Shai Heredia, Sonal Jain und Mriganka Madhukaillya von Desire Machine Collective, Amar Kanwar sowie Kabir Mohanty. Hinter dem Ausstellungskonzept steht der Ansatz des französischen Philosophen Jean Luc Nancy und dessen Buch Being Singular Plural, wonach das Individuum nicht außerhalb seiner sozialen Zusammenhänge gedacht werden kann.
“Durch den experimentellen Einsatz von Bildern, Tönen und Texten soll der Zuschauer so aktiv in den Kunstprozess einbezogen und von einer passiven Rolle in den Zustand des „Wir“, des „Zusammenseins“ im unmittelbaren Hier und Jetzt versetzt werden. Die präsentierten Filme und Videos fordern den Besucher auf, eingefahrene Sichtweisen und die klassischen Kategorisierungen von Fakt und Fiktion, Kunst und Film, Objektivität und Subjektivität neu zu reflektieren.“
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Bei den 63. Filmfestspielen in Cannes wurde am vergangenen Wochenende überraschend der thailändische Film Uncle Boonmee (Lung Boonmee Raluek Chat) des Regisseurs Apichatpong Weerasethakul mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Der Film zeigt die letzten Tage des Protagonisten Onkel Boonmee, welcher an Nierenversagen sterben wird. In seinen letzten traumartigen Erlebnissen kann er sich nun an frühere Leben erinnern, es kehrt ein verlorener Sohn als Affengeist zurück und auch eine bereits gestorbene Frau taucht wieder auf…
Im Berliner Zeughaus-Kino wird nun im Juni die Filmreihe Spuren eines dritten Kinos – postkoloniales Kino der Gegenwart stattfinden. Hier werden unter anderem auch philippinische Filme zu sehen sein. So wird das Programm mit dem 2008 gedrehten philippinischen Film Maynila sa mga pangil ng dilim (Manila in the Fangs of Darkness) beginnen, wozu auch der philippinische Botschafter erscheint und die Filmreihe offiziell durch die Kuratoren eröffnet werden wird. Mehr Informationen und das gesamte Programm finden Sie auf der Webseite http://www.spureneinesdrittenkinos.net.
Neben den Kino sei hier für alle Fernsehzuschauer noch einmal hingewiesen auf den großartigen Service des Südasien-Instituts der Universität Heidelberg (Wolfgang-Peter Zingel), welches regelmässig die Fernsehsendungen mit Asien-Bezug zusammenträgt und auf der folgenden Internetseite veröffentlicht: http://www.sai.uni-heidelberg.de/workgroups/tv/tv.htm



