Die am vergangenen Wochenende begonnenen Proteste gegen die thailändische Regierung in der thailändischen Hauptstadt Bangkok wurden auch an diesem Wochenende fortgesetzt. Bei den Demonstranten handelt es sich zu einem Großteil um Anhänger des im September 2006 durch einen Putsch des Militärs abgesetzen Thaksin Shinawatra. Sie fordern die sofortige Auflösung des Parlaments und Neuwahlen. Nachdem die Proteste am vergangenen Sonntag mit Demonstrationen begonnen hatten, wurde am Montag ein Stützpunkt des Militärs belagert, wo sich Premierminister Abhisit aufhielt. In den vergangenene Tagen folgte dann eine viel kritisierte Blutspendeaktion – bei welcher das gesammelte Blut symbolisch vor dem Regierungssitz ausgeschüttet wurde. Am heutigen Samstag wurde der Protest durch einen Moped- bzw. Auto-Korso durch die Innenstadt Bangkoks fortgeführt. Die Protestaktionen verliefen bisher friedlich. Der amtierende Premierminister Abhisit lehnt eine Auflösung des Parlaments ab, zeigt sich jedoch zu Gesprächen bereit.
Thaksin Shinawatra war und ist besonders unter den ärmeren Bevölkerungsschichten Thailands sehr populär. Der von 2001 bis 2006 als thailändischer Ministerpräsident amtierende und wohl reichste Mann Thailands hatte einen autoritären und populistischen Regierungsstil verfolgt. Dabei geriet er auch in Konflikt mit dem thailändischen Königshaus, was nicht zuletzt vermutlich auch zum Einschreiten der Militärs beigetragen hatte. Offiziell wurde ihm Korruption vorgeworfen, Thaksin flüchtete ins Exil und lebt heute vorwiegend in Dubai. Als Ministerpräsidet war er hart gegen islamische separatistische Bewegungen und Drogenhandel vorgegangen, seine geschäftlichen Beteiligungen und Einfluß auf Medienanstalten waren häufiger Gegenstand der Kritik. Seine Beliebtheit bei den ärmeren und ländlichen Bevölkerungsschichten im Norden und Nordosten Thailands resultiert zu einem Großteil aus einigen Förderprogrammen seiner Regierungszeit. So wurde es ärmeren Bevölkerungsschichten ermöglicht zu günstigen Konditionen Kleinkredite aufzunehmen und die Gesundheitsversorgung wurde erschwinglicher.
Die deutsche Ausgabe des neuen Buches der indischen Schriftstellerin Arundhati Roy ist nun im Fischer Verlag erschienen. Das Buch Aus der Werkstatt der Demokratie enthält eine Sammlung von Essays, welche Tendenzen der indischen und auch internationalen Politik beschreiben, die nach Roys Ansicht demokratische Grundsätze und soziale Maßstäbe immer weiter aushöhlen. Wie in der größten Demokratie der Welt durch ungezügeltes neoliberales Wachstum, Hindu-Nationalismus, Gier, Umweltszerstörung und Korruption die soziale Gerechtigkeit immer mehr an Bedeutung verliert und zugunsten der Profitinteressen großer Konzerne die Ausbeutung und Unterdrückung der ohnehin schon armen Mehrheit Indiens weiter zunimmt. Arundhati Roy weist auf die damit verbundene zunehmende polizeiliche Willkür und Diskriminierung hin, welcher religiöse und ethnische Minderheiten in Indien zunehmend ausgesetzt sind.
Noam Chomsky: “In her searing account of the actual practice of the world’s largest democracy, Arundhati Roy calls for ‘factual precision’ alongside of the ‘real precision of poetry.’ Remarkably, she combines those achievements to a degree that few can hope to approach. Roy shows in painful detail how the beneficiaries of the highly admired 10 percent growth rate are enjoying a ‘new secessionism,’ leaving the great majority languishing in poverty and despair, with malnutrition reaching the same levels as sub-Saharan Africa. As surveillance and state terror extend, all under the guise of flourishing democracy, India is becoming ‘a nation waiting to be accused,’ a nation where a confession extracted under torture can lead to the brink of nuclear war, and where ‘fascism’s firm footprint has appeared’ in ways reminiscent of the early years of Nazism. Most chilling of all is that much of the grim portrait is all too familiar in the West. Roy asks whether our shriveled forms of democracy will be ‘the endgame of the human race’—and shows vividly why this is a prospect not to be lightly dismissed.“

Die Leipziger Buchmesse öffnet bald ihre Tore. Vom 18. bis 21. März findet auf dem Leipziger Messegelände und dem Congress Center die sehr beliebte Buchmesse statt, welche im vergangenen Jahr schon fast 150.000 Besucher hatte. In diesem Jahr nehmen 2.100 Aussteller aus 39 Ländern und rund 1.500 Autoren teil, die Messe wird begleitet von über 2.000 Veranstaltungen an etwa 300 Orten. Besonders beliebt ist dabei “Europas größtes Lesefest” – das seit 1991 stattfindende Lesungsprogramm Leipzig liest.

Wir werden uns im Schwerpunkt unseres Sortiments weiterhin auf Süd- Ost- und Südostasien konzentrieren, der Vollständgigkeit halber haben wir nun jedoch auch Bücher zu Nord- Zentral- und Westasien im Online-Sortiment. Die Verzeichnisse befinden sich noch im Aufbau, sind so auch noch unvollständig. In der Abteilung zu Zentralasien finden Sie jetzt schon einige Titel zu Zentralasien, im Einzelnen zu den Ländern Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Kirgisistan. In der Abteilung zu Westasien sind bisher Israel und Palästina, Syrien, Libanon, Jordanien, der Iran und der Irak mit einer Titelauswahl vertreten.
Anfang dieses Jahres erscheinen viele der Lonely Planet Reiseführer in neuer Auflage. Von den deutschen Ausgaben ist bereits erschienen der Lonely Planet Thailand, Lonely Planet China und der Lonely Planet Japan. Im Frühjahr kommen dann noch die neuen Ausgaben vom Lonely Planet Vietnam, Lonely Planet Indien und Lonely Planet Südindien hinzu.


Am 23.02. zeigt der Sender ARTE zwei Dokumentationen über Myanmar, so zunächst um 20:15 Uhr den dänischen Dokumentarfilm Burma – VJ, welcher über die gefährliche Arbeit so genannter VJs (Video-Journalisten) in Myanmar berichtet. Der Film zeigt das Material dieser Undercover-Videojournalisten, die den Alltag ihres Landes mit kleinen Handy-Kameras aufnahmen, und dafür Folter und lebenslange Haft riskierten. Insbesondere bei den Demonstrationen buddhistischer Mönche im September 2007 gaben die heimlich gedrehten Aufnahmen Zeugniss über diese Ereignisse und die blutige Niederschlagung der Demonstrationen durch das Militär.
Daran anschliessend um 21:40 Uhr folgt die Dokumentation Gefangen in Birma, welche in Interviews mit Aung San Suu Kyi – der bekanntesten Oppositionspolitikerin Myanmars, die Situation des südostasiatischen Landes beleuchtet. Aung San Suu Kyi gewann mit ihrer Partei der National League for Democracy 1990 die Wahlen, diese wurden von der Militärjunta jedoch nicht anerkannt, Aung San Suu Kyi wurde seitdem unter Hausarrest gesetzt, welches erst kürzlich erneut verlängert wurde.
Die Berlinale steht vor der Tür (11. bis 21.Februar) und auch Shah Rukh Khan wird dieses Jahr wieder einmal nach Berlin kommen und seinen neuen Film My name is Khan vorstellen. Die Premieren-Vorführung mit Shah Rukh Khan ist am 12. Februar im Berlinale Palast um 22:30 Uhr. In den deutschen Kinos läuft der Film dann am 6.Mai an. Weitere Informationen dazu und zu weiteren auf der Berlinale präsentierten indischen Filmen finden Sie hier.
Eröffnet wird die diesjährige Berlinale am 11. Februar mit dem chinesischen Film Tuan Yuan des Regisseurs Wang Quan’an, welcher vom Besuch einer taiwanesischen Besuchergruppe im chinesischen Shanghai handelt. Im Zentrum des Films steht dabei das Wiedersehen des Taiwaners Liu Yansheng mit seiner damals in Shanghai gebliebenen Jugendliebe Qiao Yu’e, welche er aufgrund seiner Flucht nach Taiwan mehr als 50 Jahre nicht mehr gesehen hat.
Das komplette Berlinale-Programm gibt es hier.



